Gesamtorchester beim Jahreskonzert 2024
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Vereinsgeschichte

Seit 1927 wird in unserem Verein gemeinsam Akkordeon gespielt. Was einst mit einer kleinen Gruppe begeisterter Harmonikaspieler in München-Neuhausen begann, ist über Generationen zu einem Verein mit mehreren Orchestern und großen Jahreskonzerten gewachsen.

Geprägt haben diesen Weg vor allem einzelne Menschen: Gründer Franz Holzfurtner, der langjährige Vorsitzende Eugen Riß und die Dirigentinnen und Dirigenten unserer Orchester.

1927Die Anfänge in Neuhausen

Im Jahr 1927 gründeten begeisterte Harmonikaspieler gemeinsam mit dem bekannten Münchner Volksmusiker und Musiklehrer Franz Holzfurtner den Handharmonika Club Neuhausen.

Geprobt wurde in der Gaststätte „Bauerngirgl“ in der Donnersberger Straße in Neuhausen, wo sich heute das „Peaches“ befindet. Gespielt wurde auf diatonischen Handharmonikas und Akkordeons mit Klavier- oder Knopftastatur. Zur musikalischen Verstärkung kamen sogar eine Bassorgel und ein Streichbass hinzu.

In einer Zeit, in der das Akkordeon gerade seinen Weg vom Volksmusikinstrument zum anerkannten Konzertinstrument fand, waren die Neuhausener Musiker von Anfang an mit dabei.

1934Erste Wertungsspiele und Konzerte

Historisches Vereinsfoto von 1938: Musikerinnen und Musiker mit Akkordeons und Harmonikas in der Gaststätte Bauerngirgl
Vereinsfoto von 1938 im Bauerngirgl

Schon bald wagten sich die Musiker auch auf die Bühne: 1934 nahm der Verein zum ersten Mal an einem Wertungsspiel teil. Es folgten Konzerte, unter anderem im Löwenbräukeller.

Ein besonders schönes Zeugnis aus dieser Zeit ist ein Vereinsfoto von 1938, aufgenommen im Bauerngirgl. Darauf ist neben Franz Holzfurtner auch Frau Reus zu sehen. Eine besondere Begegnung gab es 64 Jahre später: Beim Jubiläumskonzert zum 75-jährigen Bestehen im Jahr 2002 war Frau Reus persönlich anwesend. Sie hatte die frühen Jahre des Vereins noch selbst miterlebt.

1945Krieg und Neubeginn

Der Zweite Weltkrieg unterbrach das Vereinsleben. Nach dem Krieg fehlte es an allem: Instrumente und Noten waren knapp, und sogar die vereinseigene Bassorgel war verschwunden.

Doch die Begeisterung für die Musik blieb. Überliefert ist, dass jeder Musiker ein Brikett zur Probe mitbrachte, damit der Übungsraum geheizt werden konnte. Auch Rundfunkaufnahmen beim Bayerischen Rundfunk halfen, den Verein finanziell über Wasser zu halten.

1950Münchner Volksmusikverein

Ab 1950 trug der Verein den Namen Münchner Volksmusikverein. Ein historischer Mitgliedsausweis von Eugen Riß aus dem Januar 1950 dokumentiert diesen Namen. Als Vereinsadresse ist darauf die Donnersberger Straße 42 angegeben, ein weiterer Bezug zum Münchner Stadtteil Neuhausen.

Unter dem Einfluss von Franz Holzfurtner entwickelte sich das musikalische Spektrum des Vereins weit über das Akkordeon hinaus. Hackbrett, Hausmusik und Volkstanz bereicherten das Vereinsleben. Eine besondere Anekdote erzählt, wie Holzfurtner ein Hackbrett von einer Alm nach München brachte und es von einem Orgelbauer nachbauen ließ. Damit trug er dazu bei, dieses traditionelle Instrument in der Münchner Musikszene bekannter zu machen.

1956Die Ära Eugen Riß

1956 übernahm Eugen Riß den Vereinsvorsitz. Über 45 Jahre hinweg prägte er die Entwicklung des Vereins und wurde zu einer seiner wichtigsten Persönlichkeiten. In seiner Amtszeit wuchs der Münchner Volksmusikverein zu einer Gemeinschaft mit mehreren Orchestern und einem zunehmend anspruchsvollen Konzertprogramm.

Nach dem Tod von Franz Holzfurtner 1966 übernahm Eugen Riß vorübergehend auch die musikalische Leitung, bevor er diese Aufgabe 1970 an Elli Burger weitergab.

1970erAuf dem Weg zum modernen Akkordeonorchester

In den folgenden Jahrzehnten veränderte sich das Repertoire: Neben traditioneller Musik rückten zunehmend anspruchsvolle Bearbeitungen, klassische Werke und Originalkompositionen für Akkordeonorchester in den Mittelpunkt.

Die Orchester unternahmen Konzertreisen durch Deutschland und Europa und traten in bedeutenden Münchner Konzertsälen auf, darunter der Herkulessaal der Residenz, der Sophiensaal und die Kongresshalle des ehemaligen Messegeländes, die heutige Alte Kongresshalle, in der wir heute wieder unsere Jahreskonzerte geben.

Josef Dichtl dirigierte ab 1981 im Verein und übernahm 1986 die gesamte musikalische Leitung. Über viele Jahre prägte er die konzertante Entwicklung des Vereins. Gleichzeitig widmete sich Helga Mayer als Leiterin des Jugendorchesters der Förderung des musikalischen Nachwuchses.

2013Akkordeonorchester München e.V.

Im Jahr 2013 erhielt der Verein seinen heutigen Namen: Akkordeonorchester München e.V. Auch musikalisch begann ein neues Kapitel. Stefan Fußeder, bereits seit 2004 Dirigent des Cluborchesters II, übernahm 2014 zusätzlich die Leitung des Cluborchesters I von Josef Dichtl.

Alle Orchester der Akkordeonorchester München gemeinsam auf der Bühne beim Jahreskonzert 2024
Alle zusammen auf der Bühne: unser Jahreskonzert 2024

Aus dem Cluborchester II ist inzwischen unser Spaßorchester hervorgegangen. Heute musizieren bei uns das Cluborchester I, das Spaßorchester und das Schülerorchester, dazu je nach Konzert kleinere Besetzungen. Das Akkordeonquintett des Vereins erregte Ende 2014 mit einem Cover von „Sandstorm“ einiges Aufsehen: Das Video auf YouTube wurde inzwischen mehr als 1,5 Millionen Mal aufgerufen.

Auch die Tradition der Wertungsspiele, die 1934 begann, lebt weiter: Beim World Music Festival in Innsbruck durfte sich das Cluborchester I 2016 und 2025 in der Höchststufe jeweils über das Prädikat „hervorragend“ freuen, 2016 zusätzlich über einen zweiten Platz.

Gruppenfoto der Mitglieder beim Probenwochenende am Spitzingsee
Probenwochenende am Spitzingsee

Das Repertoire reicht von Originalwerken für Akkordeonorchester und klassischer Konzertliteratur über Filmmusik bis zu modernen Arrangements. Große Jahreskonzerte und die Förderung unseres Nachwuchses gehören ebenso zum Vereinsleben wie gemeinsame Probenwochenenden, Ausflüge und gesellige Abende.

Geprobt wird heute jeden Dienstag in der Aula des Gymnasiums Moosach. Mehr über unsere Orchester erfahren Sie auf der Seite Orchester.

2027Ein Jahrhundert voller Musik

Im Jahr 2027 feiern die Akkordeonorchester München ihr 100-jähriges Jubiläum, mit einem Jubiläumswunschkonzert am 28. November 2027 in der Alten Kongresshalle. Von den ersten Proben im Bauerngirgl über den musikalischen Neubeginn nach dem Krieg bis zu den großen Konzerten der Gegenwart haben viele Generationen von Musikerinnen und Musikern den Verein getragen.

Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Akkordeons gemeinsam auf der Bühne beim Jahreskonzert 2026, die Gesichter der Kinder sind unkenntlich gemacht
Groß und Klein gemeinsam auf der Bühne: unser Jahreskonzert „Back on Stage“ 2026

Mit dem Schülerorchester wächst die nächste Generation bereits heran.

Wer selbst ein Stück dieser Geschichte mitschreiben möchte, ist herzlich willkommen: mehr dazu unter Mitmachen.